Johann Zauner

Johann Zauner (1803 bis 1868)
Der Wiener Weinschenker und Zuckerbäcker wurde von Dr. Wirer nach Ischl geholt, um hier eine Konditorei zu führen. Im alten Wirerkeller, heute Zaunerkeller, in der Maxquellgasse schlug 1821 die Geburtsstunde der Konditorei Zauner und im Jahr 1832 erfolgte die Eröffnung des Stammhauses in der Pfarrgasse. Am 7. August 1837 heiratete er und vermählte sich mit Anna Zeits, die jedoch im Alter von 30 Jahren verstarb. Bereits 1 Jahr später heiratete Johann Zauner Elisabeth Binder, die ihm 3 Söhne gebar.


Im Jahr 1840 eröffnete er im am Traunufer errichteten Casino mit Ballsaal eine Traiteurie und auch das Haus Pfarrgasse Nr. 32 gehörte bereits ihm. Mit dem Zauner ging es weiter aufwärts und die Konditorei freute sich großer Beliebtheit. Johann Zauner starb am 4. Juli 1868 im Alter von 65 Jahren.


Karl Zauner

Karl Zauner (1846 bis 1889)
Er führte als zweitältester Sohn nach dem Tod seines Vaters den Betrieb der Konditorei Zauner weiter. Im Jahr 1869 - 4 Jahre nach dem großen Brand von Ischl - eröffnet er das neue Gebäude in der Pfarrgasse.


Marie Anna Zauner

Maria Anna Zauner (1850 bis 1925)
Nach dem Tod ihres Gatten Karl war sie die Alleininhaberin der Konditorei Zauner. Nachdem sie den Ingenieur Hans Melzer kennen gelernt hatte, wanderte sie jedoch über Nacht mit ihm und ihrem jüngsten Sohn nach Amerika aus. Ihre anderen 9 Kinder ließ sie einfach zurück. 1905 kam sie wieder aus Amerika zurück und übergab schlussendlich den Betrieb - der bis zu diesem Zeitpunkt noch immer ihr als rechtmäßige Alleininhaberin gehörte - an ihren Sohn Viktor, der den Betrieb bis dahin bereits 10 Jahre lang leitete.


Viktor Zauner

Viktor Zauner, Kommerzialrat (1877 bis 1950)
Er war der älteste Sohn von Karl und Maria Zauner, der gerade als 18jähriger in der Konditorei Gerstner in der Kärntner Strasse lernte, als er nach Ischl zurückgeholt wurde, da die Konditorei Zauner durch die Auswanderung seiner Mutter nach Amerika ohne Führung war. Viktor Zauner war es auch der durch Eifer und Fleiß die Konditorei zu höchster Blüte führte. Im Alter von 43 Jahren heiratete er Anna Binder, langjährige Kassierin in der Konditorei Zauner, die - zusammen mit Herrn Nickerl - die Konditorei Zauner leitete, während Viktor Zauner zum Militärdienst beim 1. Weltkrieg eingezogen wurde.


Nachdem er das von ihm gepachtete Café Walther renoviert hatte, eröffnete er im Jahr 1927 das bekannte "Café Esplanade" Zauner. Im Jahre 1938 starb seine Frau Anna - die Ehe war kinderlos geblieben. Im Jahre 1944 adoptierte er Rosina Öfner, Mitarbeiterin der Konditorei Zauner. Auf der Suche nach einem Konditormeister wurde ihm Richard Kurth empfohlen, der jedoch erst ein paar Jahre später nach Bad Ischl kommen sollte. Viktor Zauner starb im Jahr 1950.


Rosina Zauner

Rosina Öfner Zauner (1907 bis 1957)
Rosina Öfner war nach dem Tod der Gattin Viktor Zauners die große Stütze des Betriebes und kümmerte sich vor allem um das Servier- und Verkaufspersonal. Da es keinen Nachfolger im Hause Zauner gab - das Paar Anna und Viktor Zauner blieb leider kinderlos - entschloss sich Viktor Zauner, seine langjährige Mitarbeiterin Rosina Öfner zu adoptieren (3. Dezember 1944), die später Richard Kurth ehelichte. Sie starb an den Folgen eines tragischen Autounfalls im Jahr 1957.


Richard Zauner

Richard Kurth (1908 bis 1970)
Er wurde 1908 im badischen Städtchen Rheinfelden geboren und erlernte das Konditorhandwerk in der Konditorei Pape in Lörrach. Nach Ablegung der Gesellenprüfung, die er mit Auszeichnung bestand, arbeitete er in Baden-Baden, Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart und Wiesbaden. Im Anschluss daran besuchte er die Konditorenfachschule in Wolfenbüttel und legte - 1935 ebenfalls mit Auszeichnung - die Meisterprüfung ab.

Im Anschluss daran arbeitete er in Guatemala-City in einer Konditorei, die Dank seines großen Engagements zur Bekanntesten und Beliebtesten des ganzen Landes wurde. Mit eigenen Kreationen konnte er auch schöne Erfolge bei diversen Bewerben erreichen und errang bei der Internationalen mittelamerikanischen Handwerksausstellung die Goldmedaille.

Im Jänner 1942 wurde er jedoch - nachdem Deutschland am 11. Dezember 1941 Amerika den Krieg erklärte - als "feindlicher Ausländer" verhaftet und kam nach langer Gefangenschaft wieder nach Deutschland zurück. Schon bald darauf führten ihn seine Wege nach Bad Ischl, wo er in der Konditorei Zauner zu arbeiten anfing, sich bald profilieren konnte und ihm ob seiner Fähigkeiten die Anerkennung Viktor Zauners zuteil wurde.

Im Jahre 1947 heiratete er die Adoptivtochter Rosina Zauner, geb. Öfner. Aber die Ehe blieb leider kinderlos. Mit der Konditorei Zauner ging es weiter aufwärts und im Jahre 1958 konnte Richard Kurth bei der Weltausstellung in Brüssel eine Goldmedaille für die von ihm kreierten "Ischler Törtchen" erringen.

Im Jahr 1962 heiratete er wieder und ehelichte die Lehrerin Hildegard Reitinger. Die Konditorei blühte weiter auf und seine Gattin Hildegard war ihm eine große Stütze im Betrieb. Richard Kurth starb 1971 im Alter von 61 Jahren.


Hildegard Zauner

Hildegard Zauner (geboren 1929)
Sie ist eine gelernte Sport- und Hauswirtschaftslehrerin, die in Strodenitz bei Budweis geboren und nach dem Krieg ausgesiedelt wurde. Ihre Ausbildung absolviert sie in Stuttgart und kommt im Jahr 1952 das erste Mal nach Ischl. Bei den folgenden Ischl-Aufenthalten lernt sie Richard Kurth kennen, den sie schließlich im Jahr 1962 heiratet.

Seit dem Tod ihres Mannes - auch diese Ehe blieb kinderlos - muss sie den Betrieb alleine führen - doch Josef Ferner ist ihr während dieser Zeit eine große Stütze.

Um den weltweit bekannten Zauner weiterhin zu erhalten, erfolgte im Jahre 1982 eine Namensänderung der Besitzerin von Hildegard Kurth auf Hildegard Zauner und im Jahre 1987 erfolgte die Adoption von Josef Ferner durch Hildegard Zauner.

Auch heute noch ist die Seniorchefin in der Konditorei voll Tatendrang und Elan im Betrieb anzutreffen.


Jodef Zauner

Josef Zauner (geboren 1948)
Er wurde in Tamsweg geboren und beginnt nach Absolvierung der Pflichtschule eine Bäcker- und Konditorlehre, ie er erfolgreich abschließt. Josef Zauner ist Absolvent der deutschen Bundesfachschule für das Konditorenhandwerk in Wolfenbüttel. Im Jänner 1972 legt er in Braunschweig die deutsche und zwei Monate später in Linz die österreichische Meisterprüfung ab.


Josef Zauner absolviert zahlreiche Auslandsaufenthalte, u. a. in Deutschland, Schweden, Ungarn, Israel und Japan. In Japan unterrichtet er an der bekannten japanischen Konditoreifachschule "Japan Cake- and Confiserie-College" und ist seit 1988 Gastprofessor dieser Schule.

Mittlerweilen wird von Josef Zauner auch die Geschäftsführertätigkeit wahrgenommen und von 1978 bis 1985 ist er Fernsehkoch in der ORF-Sendereihe "Häferlgucker". Im Jahr 1995 ist er Fernsehkonditor in "Genießen erlaubt" des bayrischen Fernsehens.

Zahlreiche Goldmedaillen bei Internationalen Bewerben zeugen von der Kreativität des Konditormeisters und im Jahr 1980 wird der Konditorei Zauner das Recht zur Führung des Österreichischen Staatswappen durch den damaligen Handelsminister Dr. Josef Staribacher verliehen.